Blog über Sprache und Sprachentwicklung

Sprache ist der Schlüssel zur Welt – und genau darum geht es hier bei rialogia. Als Plattform für Eltern, Fachkräfte und alle, die Kinder begleiten, zeige ich, welche Meilensteine in der Sprachentwicklung typisch sind und wie man Kinder im Alltag liebevoll unterstützen kann. Mein Blog vereint fachliches Wissen aus der Logopädie mit alltagsnahen Tipps und Ideen. Ich beschäftige mich mit den Themen Mehrspachigkeit, Late Talker und bin auch Expertin für Kinder mit Hörstörungen und Cochlea Implantaten. Wenn du nicht findest, was du sucht, dann melde dich gerne bei mir. Ich freue mich, wenn ich dich und dein Kind unterstützen kann.
Sprachentwicklung bei Kleinkindern

Kindliche Hör- und Sprachentwicklung zu Hause fördern

Veröffentlicht: 08.12.2025 | Autorin: Sabrina Morhart, Logopädin
Eine frühzeitige Diagnose von Hörbeeinträchtigungen ist sehr bedeutsam für die Hör- und Sprachentwicklung. Durch Screenings wird inzwischen ein Großteil der betroffenen Kinder schon im Säuglingsalter identifiziert und mit Hörsystemen oder Cochlea-Implantaten versorgt. Damit sind die Voraussetzungen für einen unauffälligen Spracherwerb geschaffen. Dennoch haben Kinder mit Hörbeeinträchtigungen in ihrer Hör- und Sprachentwicklung verschiedene Herausforderungen zu meistern. Und genau dabei möchte ich dich unterstützen. Sprache entwickelt sich am Besten in echten Beziehungen – im gemeinsamen Spielen, Lachen, Zuhören. Vertraue auf deinen natürlichen Instinkt, bei allem, was du tust. Die Beziehung mit deinem Kind steht immer im Vordergrund. Hab Spaß und setze dich nicht unter Druck. Die folgenden Tipps kannst du in jedem Alter und bei allen Arten von Hörbeeinträchtigungen einsetzen: > Berühre dein Kind sanft am Arm oder der Hand bevor du es ansprichst. Dadurch wird dein Kind Aufmerksam auf dich. > Versuche, Blickkontakt mit deinem Kind aufzunehmen, damit es deine Mimik und dein Mundbild sehen kann. > Spreche mit natürlicher Sprechmelodie mit deinem Kind und dem Alter angepasst evtl. etwas langsamer. > Passe auch deine Satzlänge an das Alter deines Kindes an. Je älter es wird, desto länger kann es werden. Zu Beginn sind kurze, grammatisch korrekte Sätze hilfreich. Z.B. Gleich kommt Opa. Dann backen wir Kuchen > Dein Kind benötigt evtl. einen Moment, das gesagte zu Verarbeiten. Gib ihm Zeit und wiederhole es nicht direkt. > Wenn es länger nicht reagiert, frage nach: Was hast du verstanden? So wird dein Kind ermuntert aktiver zuzuhören. > Und das Wichtigste: Achte auf eine ruhige Umgebung, wann immer es geht und vermeide dauerhafte Hintergrundgeräusche wie z.B. ein Radio. Für dein Kind erschweren Hintergrundgeräusche das Sprachverstehen. Jedes Kind ist individuell Manche benötigen ein paar Wiederholungen mehr, andere orientieren sich sehr stark an Mimik und Lippenbild, wieder andere entdecken Sprache über das Tun. Tipps für Säuglinge & Kleinkinder (0–2 Jahre): In den ersten Lebensmonaten ist die Welt Klang, Rhythmus und Nähe. Sprache entsteht nicht über Wörter, sondern über Stimmung, Interaktion und Wiederholung. Praktische Impulse im Alltag: > Auf Geräusche aufmerksam machen: z.B. ein Flugzeug am Himmel → zeigen, benennen, gemeinsam nachverfolgen.
> Musik, Reime, Fingerspiele – singe mit deinem Kind und kombiniere Bewegungen, dass finden die meisten Kinder sehr witzig.
> Laute und Lautmalereien anbahnen: Ein Flieger macht „Aaa“ – das Eis ist „mmmhh“ (lecker) – die Klingel macht „Ding-Dong“. Beobachte, ob dein Kind bereits einzelne Laute oder Lautmalereien imitiert. Für Kindergartenkinder (2–6 Jahre): Mit zunehmendem Alter verändert sich auch der Zugang zu Sprache. Wünsche, Bedürfnisse werden ausgedrückt und gemeinsame Kommunikation wird vielfältiger. Impulse für den Alltag: > Ein Erlebnistagebuch führen mit Bildern und Ereignissen und dem entsprechenden Wortmaterial versehen.
> Wenn du dein Kind nicht richtig verstanden hast, wiederhole die Äußerung und Frage nach: „Du magst noch mehr Nudeln haben?“
> Fordere dein Kind nicht zum nachsprechen auf aber bestärke es in seinen Äußerungen. Und bei allem gilt: Kinder lieben Wiederholungen und je mehr Emotionen dabei sind, desto spannender für dein Kind. Sprache wächst aus Beziehung. Aus Blicken. Aus Wiederholung & Emotion. Und manchmal mit ein wenig professioneller Unterstützung.